Feiern Sie Ägypten Silvester auf einer 10-tägigen Reise mit Pyramiden, Nilkreuzfahrt und Sonne. Entdecken Sie Ägyptens Highlights zum Jahreswechsel.
Ägypten beherbergt einige der ältesten und bedeutendsten Kirchen der Welt – insbesondere die koptisch-orthodoxen Kirchen, die bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. zurückreichen. Die koptische Kirche gilt als eine der Mutterkirchen des Christentums und zählt heute noch Millionen von Gläubigen. Wer Kirchen in Ägypten besucht, erlebt nicht nur atemberaubende Architektur, sondern taucht in eine lebendige, jahrtausendealte Glaubenstradition ein.
Wenn Sie an Ägypten denken, kommen Ihnen sofort Pyramiden und Pharaonen in den Sinn – aber was ist mit dem reichen christlichen Erbe? Ägyptens Kirchen sind nicht nur Gotteshäuser, sie sind lebendige Zeugen einer spirituellen Geschichte, die älter ist als viele europäische Kathedralen.
Das Christentum wurde laut Überlieferung bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. durch den Evangelisten Markus nach Ägypten gebracht. Damit gehört die ägyptische Kirche zu den allerersten christlichen Gemeinden der Welt – noch vor den meisten europäischen Kirchen.
Das Wort 'koptisch' leitet sich vom griechischen Wort 'Aigyptos' (Ägypten) ab. Die Kopten sind also buchstäblich die 'Ägypter' – die christlichen Nachfahren der altägyptischen Bevölkerung, die ihre uralte Tradition bis heute lebendig halten.
Schätzungsweise 10 bis 15 Prozent der ägyptischen Bevölkerung sind Christen, was mehrere Millionen Menschen ausmacht. Die koptisch-orthodoxe Kirche ist dabei die bei weitem größte christliche Gemeinschaft des Landes.
Koptische Kirchen verbinden frühchristliche Basilika-Formen mit altägyptischen und byzantinischen Elementen. Holzschnitzereien, Ikonostase, koptische Schriftzeichen und leuchtendes Buntglas schaffen eine Atmosphäre, die Sie nirgendwo sonst auf der Welt so erleben werden.
Das Christentum ist in Ägypten seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. belegt und zählt dort zu den ältesten christlichen Traditionen der Welt.
Ägypten hat Hunderte von Kirchen – von modernen Stadtpfarreien bis zu uralten Felsenklöstern. Aber welche davon sind absolut unverzichtbar für eine spirituelle und kulturelle Entdeckungsreise?
Die al-Mu'allaqa, bekannt als die Hängende Kirche, ist eine der bekanntesten koptischen Kirchen weltweit. Sie wurde buchstäblich über den Türmen des alten römischen Forts Babylon erbaut und stammt in ihren Grundlagen aus dem 3. bis 4. Jahrhundert. Ihr Inneres begeistert mit 110 Ikonen, einem prachtvollen Holzlettner und einer einzigartigen Decke, die einem umgedrehten Schiffsrumpf ähnelt.
Die Kirche St. Sergios und Bakchos, kurz Abu Serga, soll genau an dem Ort stehen, wo die Heilige Familie – Maria, Josef und das Jesuskind – während ihrer Flucht nach Ägypten Zuflucht fand. In der Krypta darunter können Besucher den Ort ehrfürchtig betreten, an dem Jesus als Kind geruht haben soll.
Die Kathedrale St. Markus in Alexandria gilt als Gründungsort der koptischen Kirche selbst. Hier soll der Evangelist Markus im 1. Jahrhundert n. Chr. gepredigt und die erste christliche Gemeinde Ägyptens gegründet haben. Die heutige Kathedrale wurde im 20. Jahrhundert neu erbaut, trägt aber das Vermächtnis dieser jahrtausendealten Geschichte.
Das Weißen Kloster (Deir el-Abyad) nahe Sohag in Oberägypten ist eine der faszinierendsten frühen Kirchenanlagen überhaupt. Die Kirche aus dem 4. Jahrhundert wirkt von außen wie ein antiker ägyptischer Tempel – mit geneigten Mauern aus weißem Kalkstein – und besticht innen durch beeindruckende frühchristliche Fresken und Apsidenmalereien.
Koptische Kirchen sind christliche Gotteshäuser der ägyptischen Kopten, deren Tradition eng mit der frühen Geschichte des Christentums in Ägypten verbunden ist.
Ägypten ist die Wiege des christlichen Mönchtums. Lange bevor es Klöster in Europa gab, lebten die frühen Mönchsväter in der ägyptischen Wüste. Ihre Klöster und Kirchen sind heute noch lebendige Orte des Glaubens.
Das Katharinenkloster liegt am Fuß des Berges Sinai, wo Mose laut der Bibel die Zehn Gebote empfangen haben soll. Das Kloster wurde im 6. Jahrhundert auf Befehl des byzantinischen Kaisers Justinian I. errichtet und ist damit eines der ältesten kontinuierlich bewohnten christlichen Klöster der Welt. Es beherbergt eine der wertvollsten Ikonensammlungen überhaupt.
Das Wadi Natrun westlich des Nildeltas beherbergt vier koptisch-orthodoxe Klöster: Deir Anba Bishoi, Deir el-Baramous, Deir Abu Makar und Deir el-Suryani. Alle vier entstanden zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert und sind bis heute von Mönchen bewohnt. Besonders Deir Anba Bishoi, wo der Leib des heiligen Bischoi aufbewahrt wird, zieht jährlich Tausende von Pilgern an.
Das Rote Kloster (Deir el-Ahmar), benannt nach seinen roten Ziegelsteinen, beherbergt außergewöhnlich gut erhaltene frühchristliche Wandmalereien aus dem 5. und 6. Jahrhundert. Die leuchtenden Farben und detailreichen Heiligendarstellungen lassen ahnen, wie prachtvoll frühe Kirchen weltweit einst ausgesehen haben müssen.
Die Hängende Kirche liegt in Alt-Kairo und wurde über Teilen des römischen Forts Babylon errichtet.
Nicht jede Kirche in Ägypten ist koptisch-orthodox. Es gibt auch eine vielfältige Landschaft anderer christlicher Konfessionen – und jede hat ihre eigene Geschichte und Besonderheiten.
Die koptisch-orthodoxe Kirche folgt dem Miaphysitismus – einer Glaubenslehre, die Christ als vollständig göttlich und vollständig menschlich in einer einzigen Natur begreift. Diese theologische Position trennte sie bereits im 5. Jahrhundert von der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche. Ihre Liturgie wird auf Koptisch – einer direkten Nachfolgesprache des Altägyptischen – und auf Arabisch gehalten.
Ja, besonders in Alexandria spielte die griechisch-orthodoxe Kirche eine große historische Rolle. Das Patriarchat von Alexandria gilt als eines der fünf altehrwürdigen Patriarchate der frühen Christenheit. Die griechisch-orthodoxe Gemeinde ist heute kleiner, aber ihre Kirchen in Alexandria sind kulturhistorisch wertvoll.
Die koptisch-katholische Kirche entstand im 18. Jahrhundert durch die Union eines Teils der koptischen Gemeinde mit Rom. Sie verwendet den gleichen koptischen Ritus wie die orthodoxen Kopten, erkennt jedoch den Papst als Oberhaupt an. Ihre Kirchen findet man besonders in Kairo, Alexandria und Oberägypten.
Die Kirche Abu Serga in Alt-Kairo ist bekannt, weil sie traditionell mit dem Aufenthalt der Heiligen Familie in Ägypten verbunden wird.
Eine der faszinierendsten religiösen Routen Ägyptens folgt den Spuren der Heiligen Familie. Der Weg, den Maria, Josef und das Jesuskind auf ihrer Flucht vor Herodes durch Ägypten nahmen, ist durch Überlieferungen und heilige Stätten bis heute lebendig.
Der traditionellen Überlieferung nach führte der Weg der Heiligen Familie von Sinai über das Nildelta nach Kairo (Alt-Kairo), von dort nach Mittelägypten und bis ins heutige Assiut in Oberägypten. Der ägyptische Staat hat diese Route offiziell als Pilgerweg ausgezeichnet und touristisch erschlossen.
In Matariyya (früher Heliopolis) soll Maria unter einer Sykomore Zuflucht gesucht haben. An diesem Ort steht heute die Kirche der Heiligen Familie, die diesen Moment des Schutzes und der Rast commemoriert. Der Baum selbst – oder zumindest ein Ableger davon – ist in einem gepflegten Garten bis heute zu sehen.
Die Klosterkirche auf dem Berg el-Teir bei Minya liegt hoch oben auf einem Felshang über dem Nil. Sie soll an der Stelle errichtet worden sein, wo Jesus als Kind seine Hand gegen den Fels gestützt haben soll – noch heute zeigt man Pilgern den Handabdruck im Stein. Das Kloster ist ein lebendiger Pilgerort, der jedes Jahr Tausende von Gläubigen anzieht.
Im Wadi Natrun liegen unter anderem Deir Anba Bishoi, Deir el-Baramous, Deir Abu Makar und Deir el-Suryani.
Ein Kirchenbesuch in Ägypten ist ein tief beeindruckendes Erlebnis – aber damit alles reibungslos klappt und Sie die Würde des Ortes respektieren, lohnt es sich, gut vorbereitet zu reisen.
Schultern und Knie sollten bedeckt sein – für Männer wie für Frauen. Viele Kirchen und Klöster stellen am Eingang Umhangtücher bereit, falls Sie zu freizügig gekleidet sind. Offene Schuhe oder Flip-Flops sind in der Regel akzeptabel, in einigen Klöstern wird jedoch das Ausziehen der Schuhe erwartet.
Die angenehmste Zeit für Kirchenbesuche liegt zwischen Oktober und April, wenn die Temperaturen moderat sind. Besonders farbenfroh und lebendig geht es rund um koptische Feiertage zu, wie Weihnachten am 7. Januar und Ostern – dann erlebt man Liturgien, Prozessionen und Feste hautnah.
Das ist von Kirche zu Kirche unterschiedlich. In vielen touristisch bekannten Kirchen wie der Hängenden Kirche ist Fotografieren erlaubt, in anderen – besonders während aktiver Gottesdienste – ist es verboten oder erfordert ausdrückliche Erlaubnis. Im Zweifel: fragen Sie freundlich nach, bevor Sie die Kamera herausholen.
Die Kirchen in Alt-Kairo (Mar Girgis) sind mit der Kairoer Metro hervorragend erreichbar – einfach bis zur Station Mar Girgis fahren. Von dort aus liegen die Hängende Kirche, Abu Serga und weitere Sehenswürdigkeiten in wenigen Gehminuten. Das Viertel selbst ist ein Erlebnis und lädt zu einem ausgedehnten Spaziergang ein.
Koptisches Weihnachten wird in Ägypten am 7. Januar gefeiert.
Im Folgenden beantworten wir die fünf Fragen, die Reisende und Interessierte zu Kirchen in Ägypten am häufigsten stellen – direkt, präzise und ohne Umschweife.
A: Ja, die meisten Kirchen und Klöster Ägyptens sind für alle Besucher geöffnet, unabhängig von der Religion. Voraussetzung ist respektvolles Verhalten und angemessene Kleidung. Viele Kirchen sind offizielle Touristenziele und empfangen täglich internationale Gäste aller Glaubensrichtungen.
A: Kairo, insbesondere das Viertel Alt-Kairo (Coptic Cairo), hat die größte Dichte an historischen Kirchen. Auf engstem Raum befinden sich hier die Hängende Kirche, Abu Serga, die Kirche St. Barbara und die Ben-Ezra-Synagoge. Alexandria hat ebenfalls bedeutende Kirchen, besonders aus der frühchristlichen und byzantinischen Ära.
A: Ja. Die koptisch-orthodoxe Kirche folgt dem julianischen Kalender, weshalb koptisches Weihnachten am 7. Januar gefeiert wird. Ostern fällt meist ebenfalls auf einen anderen Termin als im westlichen Christentum, da die Berechnung nach einem anderen Zyklus erfolgt. Diese Feiertage sind eine wunderbare Zeit, um Kirchen in Ägypten in voller spiritueller Lebendigkeit zu erleben.
A: Das Katharinenkloster auf dem Sinai wurde 2002 als UNESCO-Welterbestätte anerkannt, sowohl wegen seiner kulturellen als auch seiner natürlichen Bedeutung. Darüber hinaus werden die koptischen Klöster im Wadi Natrun bereits seit Jahren für eine mögliche UNESCO-Anerkennung diskutiert, da sie zu den ältesten noch aktiven Klöstern der Welt gehören.
A: Die koptische Liturgie wird traditionell auf Koptisch gehalten – einer Sprache, die direkt vom Altägyptischen abstammt und noch heute als liturgische Sprache lebt, auch wenn sie im Alltag nicht mehr gesprochen wird. In modernen Gottesdiensten wird die Liturgie häufig zweisprachig auf Koptisch und Arabisch gefeiert, damit alle Gläubigen folgen können.