Was macht den Dendera Tempel so besonders?

Der Dendera Tempel, auch als Hathor-Tempel bekannt, ist eine der faszinierendsten altägyptischen Tempelanlagen und liegt etwa 55 Kilometer nördlich von Luxor in Oberägypten.

 

Diese außergewöhnliche Kultstätte zieht jährlich Millionen von Besuchern an und gilt als einer der am besten erhaltenen Tempel des alten Ägypten.

 

Der Tempel ist der Göttin Hathor gewidmet und bietet eine große Bandbreite typischer spätägyptischer Tempelmerkmale.

 

Die Anlage beeindruckt durch ihre vollständig erhaltene Dachkonstruktion, die einen authentischen Eindruck davon vermittelt, wie die monumentalen Tempel in der Antike ausgesehen haben.

 

Der Haupttempel misst beeindruckende 35 mal 81 Meter und wird als das letzte vollständig erhaltene Tempelhaus in Ägypten betrachtet.

 

Die Besonderheit des Dendera Tempels liegt nicht nur in seinem hervorragenden Erhaltungszustand, sondern auch in seiner einzigartigen Ausrichtung.

 

Anders als die meisten ägyptischen Tempel ist die Anlage nicht in Ost-West-Richtung, sondern in Süd-Nord-Richtung ausgerichtet, da der Nil an dieser Stelle eine markante Biegung macht. Der gesamte Tempelkomplex erstreckt sich über eine beeindruckende Fläche von 280 mal 280 Metern und ist von einer massiven Lehmziegelmauer umgeben.

#1.Welche historische Bedeutung hat der Dendera Tempel?

Die Geschichte des Dendera Tempels reicht weit in die ägyptische Vergangenheit zurück. Die heutige Tempelanlage stammt aus griechisch-römischer Zeit, basiert jedoch auf Vorgängerbauten, die bis ins Alte Reich zurückreichen.

 

Archäologische Funde und Quellen belegen, dass die Verehrung der Göttin Hathor in Dendera bis in prähistorische Zeit zurückverfolgt werden kann.

 

Die frühesten baulichen Überreste stammen aus dem Mittleren Reich und gehen auf die Regierungszeit von König Mentuhotep II. zurück, der um 2000 v. Chr. herrschte.

 

Bereits Pharao Pepi I. aus der 6. Dynastie trug den bedeutsamen Titel "Sohn der Hathor, der Herrin von Dendera", was auf die außergewöhnliche religiöse Bedeutung dieses Ortes hinweist.

 

Der Bau des heutigen Haupttempels wurde am 16. Juli 54 v. Chr. unter Ptolemaios XII. begonnen und erst später unter römischen Kaisern wie Tiberius vollendet.

 

Im ersten Jahrhundert n. Chr. wurde das große Hypostyl mit seiner einzigartigen Fassade und den charakteristischen sistrenförmigen Säulen errichtet.

 

Die Tempelanlage diente über viele Jahrhunderte als wichtiges religiöses Zentrum und war während verschiedener Epochen der ägyptischen Geschichte von herausragender Bedeutung.

 

Besonders bemerkenswert ist die Geschichte der Wiederentdeckung: Bis ins 19. Jahrhundert war die Tempelanlage von Schuttbergen bedeckt, auf dem Dach befanden sich sogar verfallene Hütten eines arabischen Dorfes.

 

Erst 1845 veranlasste Mohammed Ali eine partielle Ausgrabung, die den Haupttempel von mittelalterlichen Ablagerungen befreite und seine Pracht wieder ans Tageslicht brachte.

 

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#2.Welche architektonischen Meisterleistungen bietet der Dendera Tempel?

Der Dendera Tempel ist ein hervorragendes Beispiel für die spätptolemäische Tempelbaukunst und weist große Ähnlichkeiten mit dem berühmten Edfu-Tempel auf.

 

Die architektonische Gestaltung folgt dem klassischen ägyptischen Tempelkonzept, wobei der Raum vom öffentlichen Eingangsbereich zum privaten Heiligtum hin immer dunkler, niedriger und heiliger wird.

 

Ein auffälliger Unterschied zu anderen Tempeln dieser Epoche ist das Fehlen von Eingangspylonen und Säulengängen am Haupteingang.

 

Stattdessen wird der Besucher direkt mit der monumentalen Fassade des großen Hypostyls konfrontiert, die durch ihre ungewöhnlichen Proportionen und die einzigartigen Hathor-Säulen besticht.

 

Diese Säulen sind mit Kapitellen geschmückt, die das charakteristische Gesicht der Göttin Hathor mit Kuhohren und Kuhhörnern zeigen – ein ikonisches Merkmal dieses Tempels.

 

Das Innere des Tempels beeindruckt durch seine komplexe Raumstruktur. Der Erscheinungssaal führt zum Opfertischsaal, wo die Opfergaben für die Göttin Hathor abgelegt wurden.

 

Dahinter befindet sich der Saal der Enneaden, in dem während der Prozessionen die Statuen der Götter versammelt wurden.

 

Das zentrale Barkensanktuar bildete den heiligsten Bereich, in dem die tragbare Barke und ein Schrein mit der Hathor-Statue aus Stein aufbewahrt wurden.

 

Eine architektonische Besonderheit stellt das einzigartige Kryptensystem dar, das in den Außenwänden des Tempelhauses integriert ist.

 

Diese unterirdischen Grabkammern dienten der sicheren Aufbewahrung der wertvollen Tempelschätze, und ihre Zugänge waren durch massive Steinplatten verborgen. 

 

Kleine Öffnungen im Dach sorgen für eine natürliche Beleuchtung der kunstvollen Reliefs an den Innenwänden und schaffen eine mystische Atmosphäre.

 

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#3.Welche göttlichen Mysterien verbergen sich im Dendera Tempel?

Der Dendera Tempel ist einer Göttertriade gewidmet, einer heiligen Familie bestehend aus der Hauptgottheit Hathor, ihrem Gemahl Horus von Edfu und ihrem gemeinsamen Kind Ihi, dem Gott der Musik.

 

Diese Konstellation macht den Tempel zu einem besonderen Ort der Verehrung und des religiösen Kults.

 

Hathor ist eine der ältesten ägyptischen Göttinnen mit einer vielschichtigen Persönlichkeit und vielfältigen Aspekten. Sie wurde als heilige Kuh oder als menschengestaltige Göttin mit Kuhhörnern und Sonnenscheibe dargestellt.

 

Ihr Name bedeutet "Haus des Horus" und sie vereinte verschiedene Rollen: Sie war Muttergöttin, Göttin der Liebe, des Tanzes, der Freude und der Musik. Die alten Griechen erkannten in ihr ihr Pendant zur Aphrodite und verehrten sie entsprechend.

 

Die Deckengestaltung des Tempels offenbart faszinierende astronomische und kosmologische Konzepte. Anders als in früheren Tempeln, die lediglich mit Sternenmustern dekoriert waren, präsentiert Dendera komplexe astronomische Darstellungen.

 

Die Decke zeigt die Himmelsgöttin Nut, die am Abend die Sonne verschluckt und sie am Morgen neu gebiert, sowie detaillierte Abbildungen von Mondphasen, Sternenbildern und tagesstündlichen Sonnenphasen. Diese Darstellungen verwandeln den Tempel in ein steinernes Buch des himmlischen Wissens.

 

In den Krypten des Tempels befinden sich mysteriöse Reliefdarstellungen, die unterschiedliche Interpretationen hervorgerufen haben. Die Wandbilder zeigen Kultgegenstände und religiöse Symbole, darunter das heilige Sistrum und das menat-Halsband.

 

Besonders bemerkenswert sind die Darstellungen des Gottes Harsomtus in Gestalt einer Schlange, die aus einer Lotusblüte emporsteigt – ein Symbol für die morgendliche Wiedergeburt und Erneuerung.

 

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#4.Was macht den berühmten Dendera Tierkreis so bedeutend?

Der Dendera Tierkreis ist zweifellos eine der Hauptattraktionen der Tempelanlage und ein faszinierendes Zeugnis des astronomischen Wissens der alten Ägypter.

 

Diese kreisrunde Himmelskarte wurde in einer der Osiris-Kapellen auf dem Tempeldach entdeckt und zeigt eine bemerkenswerte Darstellung des Sternenhimmels mit zwölf Sternbildern.

 

Die mystischen Tierkreis-Zeichen zeigen Projektionen mit Bildern des Widders, des Stiers, der himmlischen Zwillinge, des Krebses, des Löwen, der Jungfrau, der Waage, des Skorpions, des Schützen, des Ziegenfischs (Steinbock), des Wassermanns und der Fische.

 

Diese Darstellungen wurden verwendet, um den alten ägyptischen Kalender zu organisieren und astronomische Berechnungen durchzuführen.

 

Die Geschichte des Originals ist ebenso faszinierend wie tragisch: Während Napoleons Ägyptischer Expedition zwischen 1798 und 1801 wurde diese tonnenschwere astrologische Darstellung auf dem Tempeldach entdeckt.

 

Im Jahr 1820 wurde das Original von französischen Forschern von der Tempeldecke ausgesägt und nach Frankreich verschifft, wo es seit 1964 in der ägyptischen Abteilung des Louvre in Paris ausgestellt ist. Aufgrund der gezeigten Sternenkonstellation wird es auf etwa 50 v. Chr. datiert.

 

An der ursprünglichen Stelle im Tempel wurde später eine Gipskopie eingebaut, um die entstandene Lücke zu schließen. Diese Kopie ermöglicht es Besuchern heute, die beeindruckende astronomische Darstellung in ihrem ursprünglichen architektonischen Kontext zu bewundern.

 

Die Tierkreisdarstellung verdeutlicht das fortgeschrittene Verständnis der alten Ägypter für Himmelsbeobachtungen und ihre Fähigkeit, komplexe astronomische Phänomene künstlerisch umzusetzen.

 

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#5.Welche weiteren Schätze befinden sich im Tempelkomplex von Dendera?

Der Tempelkomplex von Dendera umfasst weit mehr als nur den Haupttempel der Hathor. Die gesamte Anlage erstreckt sich über etwa 40.000 Quadratmeter und bietet zahlreiche weitere archäologische Schätze, die einen Besuch unvergesslich machen.

 

Das Tempeldach ist ein besonderes Highlight, das betreten werden kann – eine Seltenheit unter den antiken Kultstätten Ägyptens. Über zwei reich dekorierte Treppenhäuser gelangt man auf das Dach, wo sich mehrere kleine Kapellen befinden.

 

Die Hathor-Kapelle auf dem Dach spielte eine wichtige Rolle im religiösen Festkalender: Hier trugen die Priester jährlich in einer feierlichen Prozession die Statue der Göttin Hathor hinauf, damit sie von den ersten Sonnenstrahlen des Neujahrsfestes bestrahlt und mit neuer göttlicher Energie belebt werden konnte.

 

Vom Dach aus genießt man einen herrlichen Panoramablick über die gesamte Tempelanlage und die umgebende Landschaft.

 

Zum Tempelkomplex gehören auch zwei Mammisi, also Geburtshäuser, die eine besondere kultische Bedeutung hatten.

 

Das ältere ptolemäische Mammisi und das prächtigere römische Mammisi, das unter Kaiser Trajan errichtet wurde, zeigen in ihren Reliefs die Geburt und Kindheit des göttlichen Kindes Ihi.

 

Diese Geburtshäuser symbolisierten die göttliche Abstammung der Pharaonen und rechtfertigten ihre Herrschaft als von den Göttern legitimiert.

 

Ein kleiner Isis-Tempel befindet sich hinter der Rückwand des Haupttempels und ergänzt das religiöse Ensemble. Der Heilige See, ein 25 mal 21 Meter großes Wasserbecken an der Südwestecke des Hathor-Tempels, diente den Priestern für rituelle Waschungen, um für den Götterkult rituell rein zu sein.

 

Aus dem 5. Jahrhundert nach Christus stammen die Überreste einer christlich-koptischen Basilika, die zwischen den antiken Bauten errichtet wurde und zeigt, wie christliche Gemeinschaften die alten Tempelanlagen für ihre eigenen religiösen Zwecke nutzten.

 

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#6.FAQs

1. Wie erreicht man den Dendera Tempel am besten?

Der Startpunkt für die Anreise nach Dendera ist idealerweise Luxor, wo viele Touristen untergebracht sind. Von Luxor aus beträgt die Entfernung etwa 55 Kilometer in nördlicher Richtung.

 

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann man mit dem Bus, der Bahn oder einem Taxi zunächst nach Qena fahren, von wo aus Dendera nur wenige Kilometer entfernt liegt.

 

Viele Hotels und Touranbieter in Luxor bieten Tagesausflüge an, die den Transport beinhalten und oft mit einem Besuch des Abydos-Tempels verbunden sind.

 

Diese organisierten Touren haben den Vorteil, dass sie einen fachkundigen Reiseführer einschließen, der Ihnen wertvolle Informationen zur Geschichte und Bedeutung des Tempels vermittelt.

 

2. Welche besonderen Merkmale unterscheiden den Dendera Tempel von anderen ägyptischen Tempeln?

 

Der Dendera Tempel unterscheidet sich durch mehrere einzigartige Merkmale von anderen ägyptischen Tempeln. Zunächst ist seine Ausrichtung ungewöhnlich: Während die meisten Tempel in Ost-West-Richtung angelegt sind, verläuft die Achse des Dendera Tempels in Süd-Nord-Richtung aufgrund der Nilbiegung an dieser Stelle.

 

Zudem fehlen am Eingang die typischen monumentalen Pylonen und Säulengänge. Die vollständig erhaltene Dachkonstruktion macht ihn zu einem der besterhaltenen Tempel Ägyptens.

 

Das einzigartige Kryptensystem in den Außenwänden und die monumentalen Hathor-Säulen mit ihren charakteristischen Kapitellen sind weitere Besonderheiten, die den Dendera Tempel architektonisch herausragen lassen.

 

3. Wann ist die beste Zeit für einen Besuch des Dendera Tempels?

 

Die beste Reisezeit für einen Besuch des Dendera Tempels ist während der kühleren Monate von Oktober bis April. In dieser Zeit sind die Temperaturen in Oberägypten angenehmer für Besichtigungen, da es im Sommer extrem heiß werden kann. Frühe Morgenstunden sind ideal, um die Menschenmassen zu vermeiden und das Licht für Fotografien zu nutzen.

 

Die Region Dendera profitiert von einer stabilen Wetterlage mit viel Sonnenschein das ganze Jahr über, was Besichtigungen grundsätzlich immer ermöglicht. Während der Nilkreuzfahrt-Hauptsaison im Winter kann es jedoch zu größeren Besucherströmen kommen.

 

4. Welche Rolle spielte die Göttin Hathor in der ägyptischen Religion?

 

Die Göttin Hathor war eine der wichtigsten und vielseitigsten Göttinnen des alten Ägypten. Ursprünglich als Himmelsgöttin verehrt, entwickelte sie sich zu einer komplexen Gottheit mit zahlreichen Aspekten.

 

Als Muttergöttin symbolisierte sie Fruchtbarkeit und mütterliche Fürsorge, während sie gleichzeitig als Göttin der Liebe, des Tanzes, der Musik und der Lebensfreude verehrt wurde.

 

Ihre Darstellung als heilige Kuh oder als menschengestaltige Göttin mit Kuhhörnern und Sonnenscheibe spiegelt ihre Verbindung zum Himmel und zur Sonne wider.

 

Der Name Hathor bedeutet "Haus des Horus" und unterstreicht ihre enge Verbindung zum Königtum. Die Griechen identifizierten sie mit ihrer Göttin Aphrodite, was ihre Bedeutung als Liebesgöttin verdeutlicht.

 

5. Was kann man auf dem Tempeldach des Dendera Tempels entdecken?

 

Das Tempeldach des Dendera Tempels ist ein faszinierendes architektonisches Erlebnis, das über zwei reich verzierte Treppenhäuser erreichbar ist.

 

Oben angekommen, findet man mehrere kleine Kapellen, darunter die bedeutende Hathor-Kapelle, in der die jährliche Neujahrszeremonie stattfand.

 

Zwei Osiris-Kapellen, auch "Osirisgräber" genannt, befinden sich ebenfalls auf dem Dach und waren dem Osirismythos gewidmet. In der östlichen Osiris-Kapelle befand sich ursprünglich der berühmte Dendera Tierkreis, dessen Original heute im Louvre zu sehen ist, während eine Kopie an der ursprünglichen Stelle verblieben ist.

 

Der Aufstieg auf das Dach lohnt sich auch wegen des spektakulären Panoramablicks über die gesamte Tempelanlage, den Nil und die umgebende Landschaft.

 

Die gut erhaltenen Reliefs in den Dachkapellen zeigen astronomische Darstellungen und religiöse Szenen von außergewöhnlicher Qualität.

 

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